Am Samstag, den 11. Dezember 2010 fand die Mitgliederversammlung unseres Ortsvereins statt.
Elke Vorländer als 1. Vorsitzende konnte über 30 Gruppenteilnehmer/Vereinsmitglieder begrüßen.
Als Gäste waren geladen:
Pastor Matthias Ekelmann Hauptgeschäftsführer des Seniorenzentrums Bethel
Pfarrer Frank Müllenmeister
Günter Grimm 1. Vorsitzender des Blauen Kreuz in der EV. Kirche - Landesverband NRW
Peter Mathuse berichtete den Anwesenden über die geleistete Arbeit im Jahr 2010.
Nachstehend sein für die Allgemeinheit überarbeiteter Rechenschafts- bericht mit Bildern am Textende.
Ich
möchte Euch jetzt mitnehmen auf eine Reise von Dezember 2009 bis zum heutigen
Tag. Wir haben einige unschöne Erlebnisse gehabt, aber ich glaube die positiven
Erlebnisse überwiegen.
Vor
einem Jahr, am 10.12.2009, trafen wir uns zu unserer Mitgliederversamml- ung und
Jahresabschlussfeier im Evangelischen Gemeindehaus in Weiershagen.
Trotz
einer gelungen Veranstaltungen zogen dunkle Wolken von Drabenderhöhe nach
Weiershagen. Wir glaubten fest daran, dass das Unheil was uns drohte abzuwenden
wäre. Leider war es das nicht und wir wurden kurzfristig mit unserer Gruppe
obdachlos.
Für
uns stellten sich nun viele Fragen:
Wo
können wir unsere Gruppenstunden abhalten?
Wird
die Gruppe daran zerbrechen?
Was
geschieht mit unseren Vereinsmöbeln?
Ein
erstes Asyl fanden wir bei Elke und Michael in Wiehl und kein Gruppenteilnehmer
fehlte.
Die Gruppeneinrichtung wurde auf einem Bauernhof eingelagert und
nachdem wir neue Gruppenräume gefunden hatten, aus Dankbarkeit einer Familie in
Polen ge- stiftet.
Der
durch die Medien geschaltete Aufruf „Gruppe ist verärgert über Kirche Blaues Kreuz
sucht neue Bleibe“ führte
letztendlich zum Erfolg. Privatpersonen aus Drabenderhöhe, Osberghausen und
Eckenhagen wollten uns Ihre Privaträume zur Verfügung stellen.
Aufgrund eines Zeitungsartikel im Oberbergischen
Anzeigen Echo meldete sich Pastor Matthias Ekelmann, Hauptgeschäftsführer des
Seniorenzentrums Bethel, und bot uns zwei Räume zur kostenlosen Nutzung für
unsere Gruppenstunden an. Wir sind unend- lich dankbar, dass wir uns seit dem 18.
März 2010 hier zu unseren Gruppenstunden treffen können.
Anfangs
begleitete uns immer noch die Sorge, werden alle Gruppenteilnehmer regel- mäßig
kommen oder ist Ihnen der Weg nach Wiehl zu weit. Heute können wir fest- stellen,
dass unsere Gruppe an dieser Situation gewachsen ist und sich dadurch eine noch
stärke Bindung auch unter einander ergeben hat.
Parallel
zum Gruppenumzug wurde am 1. März 2010 in der Nachbargemeinde Much eine
Begegnungsgruppe unseres Ortsvereins gegründet. Die Treffen dort finden alle 14
Tage in der ungeraden Kalenderwoche im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirche
Much statt.
I
In
Wiehl konnten wir einige neue Gruppenbesucher begrüßen und mussten uns
aller- dings auch von Einigen wieder trennen, da wir nicht zusammen passten bzw.
wir Ihnen nicht die Hilfestellung bieten konnten, die für Sie erforderlich
gewesen wäre.
Die
Gruppentreffen in Wiehl und Much werden z. Zt. zusammen von ca. 30 Teil- nehmern
besucht.
Am
Sonntag, den 09. Mai 2010 fuhren wir gemeinsam als Gruppe, in
Vereinsbekleid- ung, mit der Dampflok „Waldbröl“ von Gummersbach-Dieringhausen
nach Waldbröl u. wieder zurück nach Wiehl. Die Fahrstrecke wurde ohne Schaden
für Menschen und Umwelt durchgeführt. Die Feuerwehr brauchte diesmal nicht
auszurücken um Wald- brände an der Bahnstrecke zu löschen. Der Abschluss des
Ausflugs fand standesge- mäß in unserer Lieblingseisdiele in Wiehl statt.
Wir
überlegten uns, lasst uns sportlich aktiv werden und wir trafen uns am Sonntag,
den 3. Juni 2010 zum gemeinsamen bowlen im Bowling Center in Wiehl. Wir waren zwar
keine Könner, für viele war es das erste Mal, aber wir hatten jede Menge Spaß
und das war nach unserer Auffassung das Wichtigste.
Bei
dieser Veranstaltung wurde die Idee geboren, wir könnten ja mal kegeln gehen.
Pfarrer Frank
Müllenmeister, der in alle Richtungen einen guten Draht hat, versprach sich um
eine Kegelbahn zu kümmern.
Am
30. Oktober 2010 war es dann endlich so weit und wir trafen uns im
Evangelischen Gemeindehaus „auch Tempel“ genannt in Drabenderhöhe. Es fand ein
erstes Kennenlernen der Gruppenteilnehmer aus Wiehl und Much statt.
Erstaunlicherweise gab es keinerlei Berührungsängste.
Wir konnten beim Kegeln
einige schöne gemeinsame Stunden verbringen. Nach der Devise wer viel Sport
treibt, der muss auch gut essen, konnten wir das von Elke und Michael besorgte
Abendessen gut gebrauchen. Einhellige Meinung zum Essen war >
Kartoffelsalat, Frikadellen, Bockwürstchen und Brot alles super uns hat es
allen ge- schmeckt. Die Getränke im vorhandenen Kühlschrank haben wir unberührt
gelassen, war ja nur Bier und Wein drin, wer trinkt denn sowas? Das war uns
nicht gut genug und wir haben auf unsere eigenen Bestände zurück gegriffen.
Beste Cola, Fanta, Mexomix und Mineralwasser Medium ließen wir uns schmecken,
das war sicherlich nicht zu toppen.
Ihr
werdet jetzt denken, da fehlt doch was, das war doch noch nicht alles. Richtig,
aber das Beste kommt wie immer erst zum Schluss.
Unser
gemeinsamer therapeutische Wochenendausflug fand am 17. und 18 Juli 2010 nach Burbach –
Holzhausen im Siegerland statt. Mit 15 Gruppenbesuchern konnten wir eine
entspannte, besinnliche und abwechslungsreiche gemeinsame Zeit in der
Familien-Ferienstätte Holzhausen vom Blauen Kreuz in Deutschland verleben.
Das
Haus wird nach Leitsatz „Willkommen bei Freunden“ geführt und so wurden wir
auch aufgenommen und bewirtet.
Es
würde hier den Rahmen sprengen alles aufzuführen war wir an positiven Sachen
dort erlebt haben. Inn
unserer Abschlussrunde am Sonntag wurde der einhellige Meinung geäußert, dass
war so schön, hier möchten wir gerne nächstes Jahr noch einmal hinfahren, gerne
wenn möglich auch einen Tag länger.
Ein
Außenstehender könnte jetzt glauben, dass wir nur feiern, essen und uns auf
sonstige Art vergnügen.
Das
stimmt aber so nicht.
Gruppenabende
Es
fanden in Wiehl 2010, bis heute, 47 Gruppenstunden mit durchschnittlich 20
Personen statt. Ausgefallen sind 2 Treffen.
Die
Begegnungsgruppe Much traf sich 21 Mal. Eine Gruppenstunde entfiel und eine
Gruppenstunde fand wegen eines Feiertages nicht statt.
Neben
aktuellen Themen wurden von uns u. a. eingehend die folgenden Bereiche
bearbeitet:
Gesellschaft
und Abhängigkeit
Rückfall Rückfallprophylaxe
Abstinenz Kontrolliert trinken geht das?
Suchtverlagerung
Co-Abhängigkeit aus der
Sicht des Abhängigen
Schuldbewältigung
Alkohol in Lebensmitteln
Familie und Sucht
Ängste Wie gehe ich damit um?
Wünsche Träume
Co-Alkoholismus
Lebenssituationen
Aus- und Weiterbildung,
Fortbildung, Fachtagungen
Arbeit mit Angehörigen Seminar der
Diakonie Rheinland Westfalen Lippe von
Irene, Elke und Michael
Fachtagung des Kreuzbund-Diözesanverband
Köln
in Gut Zissendorf
von
Claus, Cathrin, Elke und Michael
ArbeitskreiseAG Sucht –
Arbeitsgemeinschaft der Sucht-Selbsthilfegruppen im Oberbergischen Kreis ( 4
Treffen )
von Michael
PSAG – Psychosoziale
Arbeitsgemeinschaft im Oberbergischen Kreis
Arbeitsgemeinschaft
Sucht ( 6 Treffen )
von Michael
Caritasverband für
den Oberbergischen Kreis e.V.
Zusammenarbeit
Suchtselbsthilfe – professionelle Suchthilfe ( 2 Treffen )
von
Michael
FörderungenAus- und Weiterbildung von Mitarbeitern gefördert
durch
die AOK
Rheinland/Hamburg
Sparkasse
Wiehl
Volksbank
Oberberg
Projekte
gefördert
durch div. Krankenkassen:
Suchtprävention
in Schulen und Vereinen Lebenssituationen
erkennen – neu definieren – festigen – stabilisieren
Abhängigkeitserkrankungen
und Arbeitsplatz
Substanzbezogen
Störungen im Alter
Jugend und
Drogen
Jugend und
Alkohol
Gesellschaftsproblem
Sucht – Existiert dies auch im Krankenhaus
Für dieses
Projekt wurde lediglich ein Zuschuss von
50,00 € gezahlt und fand deshalb nicht statt.
Aktionen im Zusammenhang mit
Suchtprävention
Sparkasse
Wiehl
23.06.2010
Aktionstag mit den Auszubildenden
Praktischer Teil (
Sportplatz Kreuzheide )
Mit einem
Fahrschulfahrzeug, Fahrschullehrer fuhr zur Sicherheit mit, war ein
Hindernis-Parcours, unter erschwerten Bedingungen zu bewältigen. Mit dem
Einsatz von unterschiedlich starken Rauschbrillen wurde der Alkoholkonsum
simuliert.
Es waren 5 Durchgänge pro Teilnehmer zu
absolvieren.
1. Durchgang
> ohne Handicap
2. Durchgang
> mit Rauschbrille 0,8 ‰ Promille
3. Durchgang
> mit Rauschbrille 0,8 ‰ Promille (Nacht)
4. Durchgang
> mit Rauschbrille 1,3 ‰ Promille
5. Durchgang
> mit Rauschbrille 1,5 ‰ Promille
Der theoretische Teil
umfasste folgende Schwerpunktthemen:
Reflektion
des praktischen Teils
Rauschbrillen
Restalkohol
> Zahlen und Fakten
Alkohol
– wie viel ist darin
Alkoholfreies
Bier
Alkoholwerbung
Anfangen
- aufzuhören
Suchtverlagerung
– Im Labyrinth der Süchte
Teufel
– Alkohol
Alkohol –
Film ( nur was für harte Nerven
)
im Einsatz
waren Elke, Michael, Susanna, Johann und Frank
Volksbank
Oberberg
30.08.2010
Aktionstag mit den Auszubildenden
Der Ablauf
der Veranstaltung erfolgte mit den gleichen Inhalten wie bei der Sparkasse. Der
Hindernis-Parcours war allerdings diesmal auf dem Parkplatz vor der Eishalle in
Wiehl aufgebaut.
im Einsatz
waren Michael und Peter Scheen.
Sparkasse
Wiehl
10.11.2010
Vortrag
von Michael zum Thema Substanzbezogene Störungen am Arbeitsplatz - Teilnehmer:
Personalverantwortliche und Führungskräfte
Ab diesem
Jahr sind wir in das jährliche Ausbildungsprogramm für Auszubildende bei der
Sparkasse Wiehl und der Volksbank fest mit eingebunden.
Bei der Sparkasse Wiehl
wird Michael weiter mit Personalverantwortlichen zum Thema Substanzbezogene
Störungen am Arbeitsplatz zusammen arbeiten.
Weitere Aktionen im
Zusammenhang mit Suchtprävention
Demonstration
der Rauschbrillen mit Wurf- und Geschicklichkeitsspielen bei Firmen und
Krankenkassen
Im
Einsatz waren Elke und Michael
Sonstige Gruppenaktivitäten
Ganz Wiehl traf sich zum
„Wiehl-Park-Festival“ am 5./6. Juni zur 2-tägige Open-Air-Veranstaltung der
„wiehl2010“- Gemeinden im Wiehl-Park. Ein großes Fest der Wiehler evangelischen
Kirchen und Freikirchen fand am Wochenende Sa, den 5. und So, den 6.Juni 2010
im Wiehler Freizeitpark statt: das „Wiehl-Park-Festival“. Es bildete einen der
Höhepunkte des diesjährigen Projektes „weißt du wohin? wiehl2010“
Gemeinsam
mit dem Bluepoint Wiehl, einer Begegnungsgruppe des Blauen Kreuz in
Deutschland, waren wir als Ortsverein, des Blauen Kreuz in der Ev. Kirche, mit
einem Infoverstand am Sonntag dort vertreten. Neben fachlicher Information
wurden unsere Rauschbrillen demonstriert und alkoholfrei Cocktails serviert.
Im
Einsatz waren Elke, Michael, Frank, Ulrike und Mona
Am
Donnerstag, den 04. März 2010 nahmen wir gemeinsam an einer Festveranstalt- ung
der Caritas Oberberg teil.
Öffentlichkeitsarbeit
Am
Dienstag, den 18. Mai 2010 berichtete Michael in der Sitzung des Sozial- und Seniorenausschusses
der Stadt Wiehl über unsere Arbeit als Ortsverein des Blauen Kreuz.
Die
Arbeit unseres Ortsvereins wurde des Weiteren in verschiedenen Zeitungen und
den Homepages der Stadt Wiehl, der Gemeinde Engelskirchen, der Gemeine Much,
des BKE Landesverbandes NRW, der Kreisverwaltung Oberberg, dem
Selbsthilfenetz- werg und selbstverständlich unseren eigenen Homepages
dargestellt.
Darüber
hinaus haben Elke und Michael in vielen Gesprächen mit Vertretern von
ortsansässigen Firmen unsere Gruppe vorgestellt. Fazit daraus ist, das zu den 2
größten Wiehler Firmen ein regelmäßiger Kontaktaustausch erfolgt ist.
In
mehreren Kleinbetrieben von Elke und Michael Mitarbeiterschulungen zum Thema „
Alkohol am Arbeitsplatz „ durchgeführt.
Ferner
hat Michael unsere Arbeit in Gesprächen mit Vertretern des Oberbergischen
Kreises, den Krankenkassen, dem
Paritätischen Wohlfahrtsverband, der Caritas, der Kirchengemeinde
Drabenderhöhe, dem Kirchenkreis an der Agger, ortsansässigen Ärzten und anderen
Personen erläutert und die Wichtigkeit hervorgehoben.
Ergebnis
dieser Gespräche war das unser Ortsverein unter anderem bei der Verteilung von
Spenden und Zuschüssen berücksichtigt wurde.
Aber
auch in Fachkliniken wurde auf unsere Arbeit und Gruppe hingewiesen.
Betreuung & Beratung
Von
Elke und Michael fanden eine Vielzahl von Beratungs- und Betreuungsgesprächen
mit Gruppenbesuchern und anderen Hilfesuchenden in Ihrer Wohnung und an anderer
Stelle statt. Auf Nennung von Namen und Personen wird hier ausdrücklich
verzichtet. Gruppenbesucher
wurden von uns in Fachkliniken und Krankenhäusern besucht.
Bei
Gruppenbesuchern aufgetretene Rückfälle konnten zum Teil erfolgreich
abgearbeitet werden.
Schlusswort
Hiermit
möchte ich meine Ausführungen über die Arbeit des Vorstandes schließen.
Sicherlich
habe ich einige Punkte vergessen zu erwähnen und bitte deshalb um Nachsicht.
Wichtig
ist mir nicht die genaue und komplette Aufzählung der Arbeit, sondern nur das
Ergebnis was erreicht werden konnte.
Es
gab in 2010 sehr viel zu tun, aber wir alle haben die Arbeit gerne ge- macht,
weil es letztendlich keine Arbeit war, sondern ein Dienst an unserem Nächsten.
Bilder zum Vortrag von Peter Mathuse
Jahresfest 2009 Da war alles noch in Ordnung
Dunkle Wolken von Drabenderhöhe nach Weiershagen
Time over
Obdachlos
Hier dürfen wir sein
Neuer Gruppenraum
Neuer Gruppenraum
Zugfahrt
Boweling
Kegeln
Therapeutische Freizeit Burbach-Holzhausen
Blaues Kreuz BKE OV Wiehl und Bluepoint
Caritas Gummersbach
Gut Zissendorf
Sparkasse Wiehl Sucht- prävention
Volksbank Oberberg Sucht- prävention
Ev. Gemeindezentrum Much Treffpunkt der Begegnungsgruppe Much