Jeder Verein benötigt eine Satzung in der grundlegende Sachen des Vereins fest verankert sind.

Für die örtlichen Vereine des Blauen Kreuz in der Evangelischen Kirche (BKE) ist das die Rahmenvereinssatzung für Mitgliedsvereine.

Die jeweils gültige Satzung ist auf der Homepage des Landesverbandes des BKE NRW veröffentlicht.

http://nrw.blaues-kreuz.org/upload/dokumente/wir_fuer_sie/rahmenvereinssatzung-bke-nrw.pdf  

Aufbauend bzw. ergänzend zu dieser Satzung haben wir für unseren Orts- verein Leitlinien für eine positive Gruppenarbeit in unserer Selbsthilfe- gruppe entwickelt nach denen wir arbeiten.


Leitlinien für eine positive Gruppenarbeit in unserer Selbsthilfegruppe  

Der  Besuch in einer Selbsthilfegruppe beginnt mit der Erfahrung, mit den eigenen Schwierigkeiten oder mit speziellen Belastungssituationen nicht allein da zu stehen.

Auf dieser Grundlage entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das jedem einzelnen Mitglied hilft, ehrlich über die eigenen Gefühle, Ängste, Hoffnungen und Trauer zu sprechen.

Bis in der Gruppe tragfähige Beziehungen gewachsen sind und sich Vertrauen und Offenheit entwickelt haben, dauert es jedoch einige Wochen.

Die erste Zeit, in der die Gruppe zusammenwächst und lernt, angemessen miteinander zu reden, sich selbst und die anderen sensibler wahrzunehmen, kann Monate dauern.

Wichtig ist, dass die Gruppenmitglieder für ein Klima sorgen, in dem alle offen miteinander umgehen können."
 
Unsere Gruppenziele:
 

1. Zielorientierung
:
                         
„Wir machen die Ziele transparent und setzen sie um!“  

2. Zusammenarbeit: 

                      
„Wir arbeiten partnerschaftlich zusammen!“  

3. Kommunikation
:   
                     
„Wir sprechen offen und ehrlich miteinander!“  

4. Information:
                                „
"Wir informieren umfassend und rechtzeitig!“  

5. Führen und Entscheiden:      
   

„Führungshandeln ist gekennzeichnet von Wertschätzung, Offenheit, Vertrauen, Entscheidungsfreude und Konsequenz!“
  
6. Weiterentwicklung:                    
„Gemeinsam und kontinuierlich suchen wir nach Verbesserungen!“    

Folgende Regeln und Empfehlungen sind Grundlage unserer Gruppenarbeit:
 

1.
Pünktlichkeit

Von wirklichen Ausnahmen abgesehen, ist pünktliches Erscheinen zu den einzelnen Gruppenstunden sehr wichtig, da das zu spät kommen eines Gruppenbesuchers immer eine Störung darstellt.

2.
Betroffenheit

Zugang zu unserer Selbsthilfegruppe ist die eigene Betroffenheit, die keineswegs für alle dasselbe, sondern für jeden unterschiedlich ist.

3.
Gleichberechtigung

Alle Teilnehmer unserer Gruppe sind gleichberechtigt. Dennoch gibt es abgesproch- ene Verantwortlichkeiten für die Organisation und Koordination der Gruppentreffen und anderer Aktivitäten.

4.
Akzeptanz und Selbstverantwortung

Die Gruppenteilnehmer werden von den anderen so akzeptiert, wie sie sind und sind zugleich für sich selbst verantwortlich. Es gilt, in der Gruppe zu lernen, die Meinung des anderen zu akzeptieren auch wenn man selbst nicht  immer  derselben Meinung ist. Jeder dar und soll seine eigene Meinung vertreten.

5.
Jeder ist Experte in eigener Sache

Niemand ist Experte für die anderen Teilnehmer.  

6.
Für die eigene Person sprechen

Jeder Teilnehmer soll für die eigene Person sprechen; das heißt er sollte, möglichst in der Ich-Form sprechen und nicht die unpersönliche Formulierung „Man sollte …..“
verwenden.  Durch  die  Verwendung   der  Ich-Form   wird  noch  einmal  deutlich
unterstrichen, dass  jede  Aussage  die  persönliche Meinung  des Sprechenden ist und nicht allgemeingültige Regel.

7.
Zuhören

In der Gruppe ist es sehr wichtig, dass die Teilnehmer einander zuhören lernen. Es ist wichtig, dass jeder aussprechen kann und andere nicht  unterbrochen  werden, wenn sie   sprechen.  Aktives  Zuhören  ist  die  Grundlage, um  andere  richtig zu verstehen zu können. Wir lassen einander ausreden, achten aber darauf, dass alle in angemessener Weise zu Wort kommen können.

8.
Keine Ratschläge geben

Die Gruppenteilnehmer sprechen nur von den eigenen Erfahrungen. Beim Erfahrungs-austausch  gibt es  kein richtig oder falsch. Jeder muss lernen, Erfahrungen und Ge- fühle als solche stehen zu lassen und nicht zu bewerten oder zu kritisieren, denn es gibt  nur ein  individuelles, subjektives  Erleben und Fühlen, das unantastbar ist und nicht interpretiert werden soll.
 
9. Gefühle

Wir haben ein Recht auf unsere Gefühle und dürfen diese hier zeigen,
wie unterschiedlich sie auch immer sein mögen.

10.
Vertraulichkeit

Damit die Arbeit in der Gruppe gelingen kann, ist es sehr wichtig, dass  eine  offene, vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen wird; jeder soll sich frei äußern können und niemand sollte Angst vor Kritik haben müssen.  Was in der  Gruppe besprochen wird, darf nicht nach außen getragen werden.

11.
Gegenseitigkeit

Wir versuchen füreinander dazu sein, uns selbst und den oder die anderen zu  ver- stehen.  Dabei leiten uns Achtung und Respekt vor der Einzigartigkeit  eines  jeden von uns. Wir bemühen uns, seine Leiderfahrung vor dem Hintergrund seiner Lebens-geschichte und unter Berücksichtigung seiner jetzigen Situation zu verstehen.

12.
Störungen haben Vorrang

Wenn ein Teilnehmer nicht mehr zuhören kann, beunruhigt, traurig oder wütend ist, sollte er das möglichst bald aussprechen. Die Gruppe  unterbricht den  Verlauf, um sich diesen Gefühlen zuzuwenden. Dadurch können  Konflikte vermieden und uner- kannte Probleme offen gelegt werden.

13.
Verschiedene Generationen / Familiensituationen

Verschiedene Generationen (ältere Eltern/junge Familien) und unterschiedliche   Familiensituationen (einziges Kind/mehrere Geschwister) sind keine Probleme, sondern Unterschiede, denn auch dadurch haben wir die einmalige Gelegenheit, voneinander zu lernen und genau hinzuhören. Jeder einzelne hat seine Bedeutung und ist mit seiner Persönlichkeit eine Bereicherung für die Gruppe und hat Anspruch darauf, sich so verhalten  zu dürfen, wie es seinem Wesen entspricht.  

Weiershagen, den 06. August 2009  

Ergänzung
der Leitlinien für eine positive Gruppenarbeit in unserer Selbsthilfegruppe
vom 10.01.2008 + 06. 08 2009  


Gruppenbesuche
( zu 1 )

Die Wichtigkeit der regelmäßigen Teilnahme von Gruppenbesuchen und sonstigen Veranstaltungen ist uns allen bekannt. Sollten wir aus privaten, beruflichen oder sonstigen Gründen verhindert sein, werden wir die Gruppenleitung rechtzeitig, telefonisch informieren. Das Gleiche gilt auch für Gruppenbesucher die sich eine persönliche Auszeit nehmen möchten.   Diese Regelung ist uns wichtig, damit das ständige nachfragen nach nicht teilnehmenden Gruppenbesuchern vermieden wird.   Wenn ein Gruppenteilnehmer mehrfach unentschuldigt fehlt oder sich gruppen-schädigend verhält, werden wir als Gruppe gemeinsam entscheiden, ob wir den Besuch bzw. das Verhalten weiter dulden wollen oder den Betreffenden ausschließen und an eine andere Gruppe, die seinen Vorstellungen eher entspricht, verweisen.  

Funktion der Gruppenleitung
 

Obwohl in einer Selbsthilfegruppe jeder sein eigener Gruppenleiter ist, erkennen wir die Funktion der Gruppenleitung an, die für den Ablauf und die Struktur des Gruppen- abends verantwortlich ist. Wir sind darüber einig, dass die Gruppenleitung eine Schutzfunktion gegenüber den teilnehmenden Gruppenteilnehmer im Innen- und Außenverhältnis hat und dafür Sorge zu tragen hat, dass Schaden für die Gesamt- gruppe abgewendet wird.  

Wiehl, den 22.07.2010