Aufbauend bzw. ergänzend zu dieser Satzung haben
wir für unseren Orts- verein Leitlinien für eine positive Gruppenarbeit in
unserer Selbsthilfe- gruppe entwickelt nach denen wir arbeiten.
Leitlinien für eine positive Gruppenarbeit in
unserer Selbsthilfegruppe
Der Besuch in einer Selbsthilfegruppe beginnt mit
der Erfahrung, mit den eigenen Schwierigkeiten oder mit speziellen
Belastungssituationen nicht allein da zu stehen.
Auf dieser Grundlage entsteht
ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das jedem einzelnen Mitglied hilft, ehrlich
über die eigenen Gefühle, Ängste, Hoffnungen und Trauer zu sprechen.
Bis
in der Gruppe tragfähige Beziehungen gewachsen sind und sich Vertrauen und
Offenheit entwickelt haben, dauert es jedoch einige Wochen.
Die
erste Zeit, in der die Gruppe zusammenwächst und lernt, angemessen miteinander
zu reden, sich selbst und die anderen sensibler wahrzunehmen, kann Monate
dauern.
Wichtig
ist, dass die Gruppenmitglieder für ein Klima sorgen, in dem alle offen
miteinander umgehen können." Unsere
Gruppenziele:
1.
Zielorientierung:
„Wir
machen die Ziele transparent und setzen sie um!“
2.
Zusammenarbeit:
„Wir arbeiten
partnerschaftlich zusammen!“
3.
Kommunikation:
„Wir
sprechen offen und ehrlich miteinander!“
4.
Information: „ "Wir
informieren umfassend und rechtzeitig!“
5. Führen und Entscheiden:
„Führungshandeln ist
gekennzeichnet von Wertschätzung, Offenheit, Vertrauen, Entscheidungsfreude und Konsequenz!“
6. Weiterentwicklung: „Gemeinsam und
kontinuierlich suchen wir nach Verbesserungen!“
Folgende
Regeln und Empfehlungen sind Grundlage unserer Gruppenarbeit:
1.Pünktlichkeit
Von
wirklichen Ausnahmen abgesehen, ist pünktliches Erscheinen zu den einzelnen
Gruppenstunden sehr wichtig, da das zu spät kommen eines Gruppenbesuchers immer
eine Störung darstellt.
2.Betroffenheit
Zugang
zu unserer Selbsthilfegruppe ist die eigene Betroffenheit, die keineswegs für
alle dasselbe, sondern für jeden unterschiedlich ist.
3.Gleichberechtigung
Alle
Teilnehmer unserer Gruppe sind gleichberechtigt. Dennoch gibt es abgesproch- ene
Verantwortlichkeiten für die Organisation und Koordination der Gruppentreffen
und anderer Aktivitäten.
4.Akzeptanz
und Selbstverantwortung
Die Gruppenteilnehmer werden
von den anderen so akzeptiert, wie sie sind und sind zugleich für sich selbst
verantwortlich. Es gilt, in der Gruppe zu lernen, die Meinung des anderen zu
akzeptieren auch wenn man selbst nicht immer derselben Meinung ist. Jeder dar
und soll seine eigene Meinung vertreten.
5.Jeder
ist Experte in eigener Sache
Niemand ist Experte für die
anderen Teilnehmer.
6.Für die eigene Person
sprechen
Jeder Teilnehmer soll für
die eigene Person sprechen; das heißt er sollte, möglichst in der Ich-Form sprechen
und nicht die unpersönliche Formulierung „Man sollte …..“ verwenden. Durch die
Verwendung der Ich-Form wird noch einmal deutlich unterstrichen, dass jede
Aussage die persönliche Meinung des Sprechenden ist und nicht allgemeingültige
Regel.
7.Zuhören
In der Gruppe ist es sehr
wichtig, dass die Teilnehmer einander zuhören lernen. Es ist wichtig, dass
jeder aussprechen kann und andere nicht unterbrochen werden, wenn sie sprechen.
Aktives Zuhören ist die Grundlage, um andere richtig zu verstehen zu können.
Wir lassen einander ausreden, achten aber darauf, dass alle in angemessener
Weise zu Wort kommen können.
8.Keine Ratschläge geben
Die Gruppenteilnehmer
sprechen nur von den eigenen Erfahrungen. Beim Erfahrungs-austausch gibt es kein
richtig oder falsch. Jeder muss lernen, Erfahrungen und Ge- fühle als solche
stehen zu lassen und nicht zu bewerten oder zu kritisieren, denn es gibt nur
ein individuelles, subjektives Erleben und Fühlen, das unantastbar ist und
nicht interpretiert werden soll.
9.Gefühle
Wir haben ein Recht auf
unsere Gefühle und dürfen diese hier zeigen, wie unterschiedlich sie auch immer
sein mögen.
10.Vertraulichkeit
Damit die Arbeit in der
Gruppe gelingen kann, ist es sehr wichtig, dass eine offene, vertrauensvolle
Atmosphäre geschaffen wird; jeder soll sich frei äußern können und niemand
sollte Angst vor Kritik haben müssen. Was in der Gruppe besprochen wird, darf
nicht nach außen getragen werden.
11.Gegenseitigkeit
Wir versuchen füreinander
dazu sein, uns selbst und den oder die anderen zu ver- stehen. Dabei leiten uns Achtung und Respekt vor der
Einzigartigkeit eines jeden von uns. Wir bemühen uns, seine Leiderfahrung vor
dem Hintergrund seiner Lebens-geschichte und unter Berücksichtigung seiner jetzigen
Situation zu verstehen.
12.Störungen haben Vorrang
Wenn ein Teilnehmer nicht
mehr zuhören kann, beunruhigt, traurig oder wütend ist, sollte er das möglichst
bald aussprechen. Die Gruppe unterbricht den Verlauf, um sich diesen Gefühlen
zuzuwenden. Dadurch können Konflikte vermieden und uner- kannte Probleme offen
gelegt werden.
Verschiedene Generationen
(ältere Eltern/junge Familien) und unterschiedliche Familiensituationen (einziges Kind/mehrere
Geschwister) sind keine Probleme, sondern Unterschiede, denn auch dadurch haben
wir die einmalige Gelegenheit, voneinander zu lernen und genau hinzuhören.
Jeder einzelne hat seine Bedeutung und ist mit seiner Persönlichkeit eine
Bereicherung für die Gruppe und hat Anspruch darauf, sich so verhalten zu
dürfen, wie es seinem Wesen entspricht.
Weiershagen, den 06. August
2009
Ergänzung
der
Leitlinien
für eine positive Gruppenarbeit in unserer Selbsthilfegruppe
vom
10.01.2008 + 06. 08 2009
Gruppenbesuche ( zu 1 )
Die
Wichtigkeit der regelmäßigen Teilnahme von Gruppenbesuchen und sonstigen
Veranstaltungen ist uns allen bekannt. Sollten wir aus privaten, beruflichen
oder sonstigen Gründen verhindert sein, werden wir die Gruppenleitung
rechtzeitig, telefonisch informieren. Das Gleiche gilt auch für Gruppenbesucher
die sich eine persönliche Auszeit nehmen möchten.
Diese
Regelung ist uns wichtig, damit das ständige nachfragen nach nicht
teilnehmenden Gruppenbesuchern vermieden wird.
Wenn
ein Gruppenteilnehmer mehrfach unentschuldigt fehlt oder sich gruppen-schädigend
verhält, werden wir als Gruppe gemeinsam entscheiden, ob wir den Besuch bzw.
das Verhalten weiter dulden wollen oder den Betreffenden ausschließen und an
eine andere Gruppe, die seinen Vorstellungen eher entspricht, verweisen.
Funktion der Gruppenleitung
Obwohl
in einer Selbsthilfegruppe jeder sein eigener Gruppenleiter ist, erkennen wir
die Funktion der Gruppenleitung an, die für den Ablauf und die Struktur des
Gruppen- abends verantwortlich ist.
Wir
sind darüber einig, dass die Gruppenleitung eine Schutzfunktion gegenüber den
teilnehmenden Gruppenteilnehmer im Innen- und Außenverhältnis hat und dafür
Sorge zu tragen hat, dass Schaden für die Gesamt- gruppe abgewendet wird.